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2 Mädchen mit ausgestreckten Daumen & Junge mit Schulbüchern
 

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Vogelschießen

Ursprünge des Vogelschießens

Glückstadt war als Festungs- und Handelsstadt vom Dänenkönig Christian IV. im Jahre 1617 gegründet worden.Der König unterhielt in seinen Mauern eine Garnison, viele Jahre später wurde eine Bürgerwehr aufgestellt. Die Männer der Stadt mussten ihr beitreten. Die Söhne der Stadt fanden das Exerzieren so interessant, dass sie es nachzuahmen suchten. Daraus entwickelte sich nach und nach das Vogelschießen: Zuerst erhielten die Jungen Besenstiele als Waffen,  später durften sie Epauletten tragen sowie Goldbänder an den Hosenbeinen und mit der Armbrust auf Holzadler schießen. Die Jungen marschierten aus der Stadt zur Störmündung und hielten dort vor über 150 Jahren das erste Kindervogelschießen ab.

Wandlungen des Vogelschießens

Das Fest hat im Laufe der Zeit viele Wandlungen erlebt:

Vogelschießen wurde seit über 150 Jahren regelmäßig gefeiert, außer in den Kriegsjahren bzw. Nachkriegs-jahren von 1915 bis 1919, von 1940 bis 1949 und im Umzugsjahr der Schulen  2007. Es wurde bis in die 70er Jahre an drei Tagen von allen Schulen der Stadt mit allen Klassenstufen gefeiert. Die letzten 20 Jahre beteiligten sich auch die Schüler der 5. Klassen des Gymnasiums. Seit 3 Jahren feiern nur noch die Grundschüler/innen der Bürgerschule. Sie gestalten auch einen großen Festumzug durch die Stadt.

Die Grundschüler üben sich auch heute noch im so genannten Vogelpicken: Sie zielen mit aufgehängten Vögeln aus Eisen auf Schießscheiben, dabei sind besonders die ruhige Hand und die „gerade Zunge“ gefragt.

Festumzug, Lokalverteilung und das Musikangebot  wird seit über 20 Jahren von der Schulleitung der Bürgerschule organisiert.

Ablauf

Für die 1. Klassen und 2. Klassen beginnt das Fest schon am Freitag, um 9 Uhr mit dem Vogelpicken auf dem Schulhof. Nach einem Probedurchlauf kann jedes Kind in 3 Durchgängen dreimal mit dem Vogel auf eine Scheibe zielen, die erreichten Punkte werden zusammengezählt und der Junge und das Mädchen mit der höchsten Punktzahl wird König bzw. Königin der Klasse. Manchmal kann das Königspaar nur durch ein spannendes Stechen der besten  Kinder ermittelt  werden.

Anschließend gehen alle Kinder in den Klassenraum, wo schon am Tag vorher die von den Eltern oder von der Klassenlehrerin gekauften Geschenke aufgebaut wurden. Die Kinder setzen sich rund um die Geschenktische und warten gespannt auf die „Proklamation“ des Königspaares, das meistens auf seinem „Thron“, geschmückt mit einem Eichenkranz oder einer Schärpe, bejubelt wird und zuerst ein Geschenk aussuchen darf. Dann suchen die übrigen Kinder in der Reihenfolge der erreichten Punktezahl ihre Geschenke aus. 

Die 3. und 4. Klassen picken am Samstag. Hierzu treffen sie sich um 8.00 Uhr auf dem Marktplatz und ziehen gemeinsam zur Schule, wo das Picken durchgeführt wird. Unter den Königspaaren der 4. Klassen wird das Kaiserpaar „ausgepickt“. Kaiserin und Kaiser erhalten traditionell eine Armbanduhr mit Gravur.

Bereits einige Tage vorher haben die Jungen Fahnen, Schärpen, und  Rosetten von der Schule ausgeliehen bekommen, die Mädchen Schleifen in ihren jeweiligen Klassenfarben.  Die Schleifen und Rosetten befestigen die Kinder auf der linken Brustseite. Die Schärpen werden über die rechte Schulter gelegt und auf der linken Seite in Hüfthöhe geknotet. Diese Zeichen tragen die Kinder zum Kindertanz und im Umzug am Sonnabend. Manche Kinder tragen sie auch schon zum Vogelpicken.

Am Montag nach Vogelschießen bringen die Kinder alle ausgeliehenen Sachen wieder mit in die Schule, die Schärpen (außer Königsschärpen) bitte gewaschen und gebügelt.

Während des Umzuges tragen die Mädchen der 1. und 2. Klassen Blumenstöcke und die Jungen mit Blumen geschmückte Fahnen. Die Kinder der 3. und 4. Klasse tragen Blumenkränze.

Die Tanzveranstaltungen finden für die 1. Klassen am Freitag und für die Klassen 2 bis 4 am Samstag statt. Die Mütter, Väter, Omas und Opas sind herzlich eingeladen, sich am Tanzen zu beteiligen oder an geschmückten Tischen zu sitzen, bei Kaffee oder Kaltgetränke Kuchen zu essen, den Kindern beim Tanzen oder Spielen zuzuschauen oder  zu klönen.

Die Mitglieder des „Vereins der ehemaligen Bürgerschüler“ führen im Frühjahr Haussammlungen durch, um mit den Spenden einen Teil des Festes zu finanzieren, vor allem die Musik auf den Tanzsälen, für die Spielmannszüge sowie für Königskronen und -bügel.