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Bewerbungstraining in Glückstadt - Gut vorbereitet ist halb gewonnen

Schüler der Elbschule und des Detlefsengymnasiums lernen vom Fachmann, worauf man bei Bewerbung und Vorstellungsgespräch zu achten hat.

von shz.de
20. März 2018, 05:04 Uhr

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Wie bereitet man sich auf das Vorstellungsgepräch vor? Darüber machten sich (v.l.) Antonia Kuhn, Madeleine Juliette Petersen, Kevin Beuge und Tom-Joris Demant Gedanken. © Frauen

Wie sollte eine schriftliche Bewerbung aussehen? Was ziehe ich zum mündlichen Vorstellungsgespräch an? Auf welche Themen muss ich mich vorbereiten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Jugendliche, die in diesem oder im nächsten Jahr einen Ausbildungsplatz erhalten möchten.

Hilfestellung gibt es dabei seit 15 Jahren von Peter Brodersen, der Dienstleistungen für Training, Consulting und Coaching anbietet. Das Bewerbungstraining für den neunten Jahrgang der Elbschule wurde bisher allein von der Papierfabrik Steinbeis gesponsert. Mit im Boot sind diesmal auch die Stadtwerke, Wilckens Farben und die Betriebskrankenkasse. Dieses Jahr werden deshalb neben den vier Klassen der Elbschule, die 2019 entlassen werden, auch 30 Schüler des Detlefsengymnasiums durch Brodersen fit für die Bewerbung gemacht.

Das professionelle Bewerbungstraining dauert fast sechs Stunden und beschäftigt sich mit der schriftlichen Bewerbung, dem Vorstellungsgespräch und einem Austausch mit jetzigen Auszubildenden. Im Mittelpunkt steht aber das Vorstellungsgespräch. In Arbeitsgruppen haben die Schüler sich überlegt, worauf sie sich vorbereiten können: Wer ist mein Ansprechpartner? Wo ist die Berufsschule? Bedachte Antworten geben und angemessene Ausdrucksweise wählen. Sich über aktuelle Nachrichten informieren. Mit dem selbstbewussten Gefühl ins Gespräch gehen, dass ich das schaffen kann. Ehrliches Interesse am Beruf und dem Betrieb zeigen. Angemessene Kleidung wählen.

In dem Auswertungsgespräch mit der gesamten Klasse gibt Peter Brodersen weitere wertvolle Tipps: „Die Kleidung ist branchenabhängig. Bei Banken und Versicherungen solltet ihr Anzug und Krawatte tragen, im Handwerk empfehle ich Jackett und Hose. Eure Botschaft muss sein, ich bin erwachsen.“ Wichtig sei auch, die Telefonnummer des Ansprechpartners dabei zu haben, um sich bei Verzögerungen der Anfahrt melden zu können. „Wer den Termin verpasst, ist praktisch schon draußen.“ Und: das Handy muss während des Gesprächs ausgeschaltet sein. Zudem sollten sich die Jugendlichen über den Betrieb und den Ausbildungsberuf informieren. Denn es werden Fragen gestellt werden: „Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden? Kennst du deine Stärken und deine Schwächen?“

Richtig zur Sache geht es, wenn Peter Brodersen mit zwei Schülern ein fiktives Vorstellungsgespräch durchspielt, das aus dem Nebenraum über einen Bildschirm in den Gruppenraum übertragen wird. Tom-Joris Demant und Ata Geylan melden sich freiwillig. In der Nachbesprechung mit der Gruppe geben die Schüler konstruktive Rückmeldungen: „Du hast zu wenig Augenkontakt gehabt und deine Sitzhaltung war zu abgewandt.“ „Du hast zu lange überlegt.“ Aber auch: „Du hast dich selbstbewusst präsentiert und freundlich verhalten.“

Am Ende fühlen sich die Schüler besser vorbereitet. Kevin Beuge: „Das hat uns geholfen und ich habe gute Tipps erhalten, auch für die Kleinigkeiten. So werde ich darauf achten, am Ende des Gesprächs den Stuhl wieder an den Tisch zu stellen und mich für das Gespräch zu bedanken.“

Für Peter Brodersen ist das Bewerbungstraining eine Herzensangelegenheit: „Es macht mir Spaß und ich habe das Gefühl, die Jugendlichen nehmen etwas mit.“ Auch Lehrer Martin Simonsen ist zufrieden: „Es ist besser, wenn jemand aus der Wirtschaft mit einem großen Erfahrungsschatz darüber berichtet. Der wird ernster genommen als wir Lehrer. Für viele Schüler wird die Bewerbung dadurch handfester und sie gehen jetzt selbstbewusster damit um.“

– Quelle: https://www.shz.de/19373246